Für die Zukunft: Nachhaltigkeitsbildung in Tunesien

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Der Projektkurs „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ des Overberg-Kollegs in Münster konnte vor den Herbstferien vom 23.- 30. September 2023 eine erlebnisreiche Reise in die tunesische Partnerstadt Monastir unternehmen. Ziel war es, die Sichtweisen junger Menschen auf den Klimawandel und die Zukunft unseres Planeten in Tunesien und Deutschland zu erkunden und zu diskutieren.

Für die Studierenden des Overberg-Kollegs gab es ein fröhliches Wiedersehen mit ihren tunesischen Altersgenossen, die sie zuvor bei den Twin City Games in Münster kennengelernt hatten. In Interviews und Fragebögen erfragten sie, wie die Jugendlichen den Umweltschutz und die Nachhaltigkeit wahrnehmen.

Die Thematik wurde in einem Workshop zu den 17 Weltnachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) vertieft. Die Schülerinnen und Schüler diskutierten in gemischten Gruppen aus Deutschland und Tunesien das Spannungsverhältnis zwischen Glück, Konsum, Umweltschutz und Ressourcen. Sie erstellten auch kreative Plakate zu ausgewählten SDGs. Über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg setzten sie sich engagiert mit den globalen Herausforderungen auseinander und entwickelten konkrete Lösungsansätze sowie persönliche Handlungsoptionen.

Eine wichtige Erfahrung war auch die Strandreinigungsaktion, bei der wir zusammen mit der NGO „Notre Grand Bleu“ Plastikmüll sammelten. Obwohl der Strand auf den ersten Blick sauber aussah, sammelten wir in nur zwei Stunden sechs große Säcke voller Plastiktüten, Dosen- und Flaschenverschlüsse, Zigarettenkippen und Mikroplastik. Hier wurde uns drastisch vor Augen geführt, welche Auswirkungen unser Konsumverhalten auf die Natur hat und wie dringend gesetzliche Regelungen zum Schutz der Umwelt und der Meere sind. Auf den anfänglichen Stolz über die gelungene Aktion folgten jedoch großer Frust und auch Wut über die Verschmutzung. Denn schon am nächsten Tag war der Strand wieder genauso voll mit angespültem Plastikmüll aus dem Meer wie vor der Säuberungsaktion.

Strandreinigung

Besonders beeindruckt waren wir vom Empfang beim Bürgermeister von Monastir, Herrn Shkiri, der die langjährige Partnerschaft zwischen den beiden Städten betonte und die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit Münster bei der Bewältigung der Folgen des Klimawandels. Dabei wurden auch neue Perspektiven für den Austausch zwischen dem Overberg-Kolleg und jungen Erwachsenen aus Monastir erörtert.

Landeskundliche Highlights waren die Besichtigung des Ribat, einer mittelalterlichen Festung und Wahrzeichen der Stadt Monastir sowie die Tagestour zu den historischen Ausgrabungsstätten Karthagos, zum malerischen Küstenort Sidi Bou Said sowie in die pulsierende Hauptstadt Tunis, die uns einen faszinierenden Eindruck von der kulturellen Vielfalt des Landes vermittelte.

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Eine besondere Erfahrung war auch der Besuch im neuen Umweltbildungszentrum „Centre international de formation en environnement de Monastir“. Hier erfuhren die Teilnehmer mehr über die Arbeit der NGO „Notre Grand Bleu“, die sich mit großem Einsatz vieler Ehrenamtlicher für den Schutz der Naturschutzinseln und die Sensibilisierung der Bevölkerung einsetzt.

Der Projektkurs beendete die Reise mit einem Besuch des Ausbildungszentrums für holzverarbeitende Berufe, der einen starken Eindruck von der Kreativität und der Nachhaltigkeitsphilosophie der Studierenden hinterließ. Ihre Devise: „Rien ne se perd, tout se transforme“ was soviel heißt wie „Nichts geht verloren, alles verwandelt sich“. Wir würden uns sehr freuen, wenn sich aus unserem Kontakt eine Kooperation zwischen unseren beiden Einrichtungen der Erwachsenenbildung ergeben würde.

Insgesamt hat die Projektreise nach Monastir gezeigt, wie engagiert sich die jungen Menschen globalen Umweltaufgaben stellen und lässt hoffen, dass sie weiterhin partnerschaftlich die Zukunft unseres Planeten positiv beeinflussen werden.

Die Projektbegegnung wurde gefördert durch das Amt für Bürger- und Ratsservice der Stadt Münster sowie aus Mitteln der Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“ (PASCH) des Auswärtigen Amts und durch den Pädagogischen Austauschdienst (PAD) des Sekretariats der Kultusministerkonferenz unterstützt.

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