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Overberg-Kolleg begeistert von Tunesien-Reise

von Karin Badde-Struß

Sonnenverwöhnt und beschenkt mit großer Lebensfreude und Gastfreundschaft kehrt der Projektkurs „Nachhaltige Entwicklung in Einer Welt“ mit vielseitigen Eindrücken von seiner Begegnungsreise aus Münsters Partnerstadt Monastir in Tunesien zurück.

In der einwöchigen Projektreise konnten die Studierenden spannende interkulturelle Erfahrungen mit Land und Leuten des nordafrikanischen Staates machen, der sich seit der Jasmin-Revolution 2011 auf dem Weg zur Demokratie befindet und durch einen weltoffenen, liberalen Islam geprägt ist.

BNE-Projektkurs des Oberberg-Kollegs

Im Rahmen der 50 jährigen Städtepartnerschaft und als Vertreter der Zivilgesellschaft der kommunalen Klimapartnerschaft zwischen Monastir und Münster reisten die Overbergianer*innen zum Erstbesuch ihrer Parnterschule. Sie führten dort zusammen mit den Schülerinnen und Schülern des Lycée Hédi Khéfacha Workshops zu Nachhaltigkeitsthemen durch. Gefördert wurde die Begegnungsreise von der Stadt Münster und der Pasch-Initiative „Schulen: Partner der Zukunft“.

Schwerpunkte des Austauschs waren umweltpädagogische Fragestellungen zum Klimawandel, Fridays for future, nachhaltigen Konsum, Umgang mit Plastikmüll und Meeresumweltschutz. Aber auch gemeinsame kulturelle und historische Exkursionen standen auf dem Programm. Wir besichtigten die antiken Ruinen in Karthago; die bedeutenden römischen Mosaiken im Bardo- Nationalmuseum in Tunis und schlenderten durch das malerische Künstlerdorf Sidi Boussaid sowie den orientalischen Markt in Sousse.

Bei der Begegnung mit den Umweltaktivisten des Verbandes „Notre Grand Bleu“ erfuhren wir, wie der Lebensraum für eine Vielfalt von Pflanzen und Tieren auf den Kuriat-Inseln geschützt und gleichzeitig ein ökologisch vertretbarer Tourismus betrieben werden kann. Interessant war auch der Besuch im biotechnologischen Forschungsinstitut, wo man die Auffangstation für verletzte Meeresschildkröten (Caretta Caretta) und das Experimentierlabor für Aquakulturen erkunden konnte. Ein besonderes Highlight stellte der Bootsausflug mit dem Team von „Notre Grand Bleu“ am letzten Tag dar: bei strahlendem Sonnenschein und bewegter See wurden tatsächlich drei Delphine gesichtet und beim abschließenden Barbecue an Bord frisch gegrillte Sardinen, Thunfisch-steaks und Couscous miteinander geteilt.

Die Projektreise hat den Studierenden wertvolle interkulturelle Erfahrungen ermöglicht, es sind neue Ansatzpunkte für die Zusammenarbeit in Nachhaltigkeitsfragen deutlich geworden und zahlreiche neue Freundschaften entstanden. Dabei kamen die sprachlichen Kompetenzen der deutschen Studierenden und tunesischen Gastgeber voll zum Tragen.

Die Austauschbegegnung entwickelte sich zu einem lebendigen Sprachenbabylon aus Deutsch, Französisch, Englisch und Arabisch und zeigte einmal mehr, wieviel Freude kulturelle Vielfalt in Verbindung mit sozialem und ökologischem Engagement bereiten kann.

Für die weitere Kooperation tun sich bereits interessante Perspektiven auf: einige Overbergianer*innen wollen das Umweltprojekt aktiv unterstützen und sich als freiwillige Helfer beim nächsten internationalen Sommercamp von „Notre Grand Bleu“ in Monastir beteiligen.

Und das Overberg-Kolleg darf sich auf den Gegenbesuch der tunesischen Austauschpartner*innen in Münster freuen, die sie mit so großer Offenheit und Herzlichkeit empfangen haben.

Reisetagebuch Tunesien-Projekt-Reise Februar 2020

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